Vermischtes…


Freireligiös-evangelische Hochzeit in Egelsbach

  • Am 2. August gaben sich in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Egelsbach Manuela Schläger und unser Mitglied Sven Reiner Zeller (Sohn von Christel und Klaus Grein) das Ja-Wort. Den freireligiösen Part in der feierlichen Zeremonie gestaltete unser Sprecher, Martin Buchner. Wir gratulieren dem frisch vermählten Paar sehr herzlich und senden unsere besten Glückwünsche für eine gute Zukunft.



Tag der freien Religion
17. – 19. Oktober 2003 in Mannheim

Unter dem Motto Voneinander lernen – miteinander leben findet dieses Forum des Austauschs und der Diskussion verschiedener freireligiöser Gruppen statt.

Ein Auszug aus dem Programm:
Fr 17.10. 20.00 Uhr Music meets religion, Musik aus aller Welt
Sa 18.10. 09.00 Uhr Interreligiöse Stadtführung
20.30 Uhr Bunter Abend
So 19.10. 10.30 Uhr Abschlusskundgebung

Weitere Informationen und Anmeldung (bis 15.8.03) bei:
FLG Baden, T6, 26 68161 Mannheim, Tel. 0621-22805





Herbst-Ferienspiele/freizeit
27.– 31.10.2003 in Egelsbach

Nur noch wenige Plätze frei bei unseren Herbstferienspielen am Naturfreundehaus Egelsbach unter dem Motto:

Manege frei – wir machen Zirkus!

Die Preise betragen:

  • Tagesspiele 30 Euro bzw. 45 Euro für Nichtmitglieder,
  • für die Freizeit mit Übernachtung 55 Euro bzw. 75 Euro für Nichtmitglieder.

Es ist ein Ausflug und ein Abschlussfest geplant und viele Aktivitäten, bei denen 6 – 14-Jährige ordentlich Zirkusluft schnuppern können.





Kruzifix nochmal!



Sicher kennen alle Leser das unangenehme Gefühl, das einem dann beschleicht, wenn man ein zumeist wohlgemeintes Geschenk erhält, das aber so gar nicht in den eigenen Lebensrahmen hinein passt. Wohin dann damit, ohne den Geber zu beleidigen? Stellt man es etwa in den Keller, dann vergisst man mit Sicherheit, es bei dem nächsten Besuch des Schenkenden rechtzeitig auf einem sichtbaren Ehrenplatz hinzuplatzieren, zur Freude des Gastes. Die Freude und Laune beider Teile wäre sonst sichtlich erheblich eingeschränkt. Was also tun mit einer solchen Ehrengabe? Diese zwiespältige Frage dürfte sich inzwischen der Bürgermeister der hessischen Gemeinde Dreieich gestellt haben. Denn ihm wurde ein nicht ganz unproblematisches Geschenk vorsorglich bereits angekündigt.

problematisches Geschenk

Doch es kommt noch schlimmer. Der Schenker, ein evangelischer Pfarrer und gewitzter Vertreter seiner Kirche, ließ schon im Vorfeld die Öffentlichkeit um sein erst beabsichtigtes "Geschenk" wissen. Und so kam es, dass in der nicht gerade unbedeutenden Frankfurter Rundschau ein fast halbseitiges Interview mit ihm erschien. Nun, wen könnte es nach den Vorgängen in Dietzenbach schon überraschen, dass der Pfarrer ein Kruzifix zur Ausschmückung des Rathauses schenken möchte. Denn dieses „ist das zentrale Zeichen meines Glaubens“, so versicherte der Pfarrer treuherzig, aber wenig rechtskundig dem Pressevertreter. "Seines Glaubens", seines ganz persönlichen Glaubens, das ist für ihn das Entscheidende. In fetter Überschrift wird diese Haltung dem Leser der Zeitung deutlich und direkt kund getan.

„das zentrale Zeichen meines Glaubens“

Ob dieser allerdings mit dem aller Bürger der beschenkten politischen Gemeinde unbedingt identisch ist? Eine derartige Überlegung ist und bleibt dem Geistlichen offenbar fremd. Selbst der Gedanke an einen Versuch, die Meinung der anderen Kirchengemeinden zu erforschen, kam dem forschen Pfarrer erst reichlich spät in den Sinn. Ihrer Zustimmung war er sich aber dennoch schon im voraus gewiss. Allerdings sollte diese erst „zu gegebener Zeit“ erfolgen, was man darunter auch immer verstehen mag, heißt dies dennoch in Klartext „also nicht jetzt“. Abschreckend wirkte auf ihn diese Einschränkung seiner Kollegen dennoch keineswegs.
Doch wohin mit einem solchen Geschenk? Dem, wie ausdrücklich versichert wird, ganz persönlichen "Symbol meines Glaubens", des Pfarrers Gerlitz? Doch keine Angst, der gerne als künftiger Spender auftretende Pfarrer weiß zugleich selbstverständlich - einen einschlägigen Ratschlag. Wer würde es auch schon anders erwarten: gewünscht wird von ihm, für das vorgesehene Geschenk, „das einen persönlichen Glauben“ des Spenders ausdrückt, ein angemessener Platz im Rathaus. Damit es dort als Zeichen der Präsenz der Kirchen, und der damit von ihnen ausgedrückten guten Wünsche wirke.
Der Vertreter der Beschenkten, so wird von dem Pfarrer versichert, der Hausherr und Bürgermeister Olchewsky, sei über das von ihm gemachte Angebot sehr erfreut gewesen. Aber er möchte dennoch die Angelegenheit erst mit den Fraktionen des Stadtparlamentes besprechen.

Kruzifix im Rathaus?

Auf den Hinweis des Pressevertreters, dass es in der Frage einer Aufhängung eines religiösen Kreuzsymbols in öffentlichen Räumen in der Nachbarstadt Dietzenbach eine breite und heftige Diskussion entstanden sei, und „wo es nach einem Gerichtsurteil nicht mehr hängen darf“, gab nun der Pfarrer ebenfalls seine kritische, Stellungnahme kund. Die Kirchengremien hätten dort mehr dafür sorgen müssen, dass man ein „für uns (hier benutzt er nun erstmalig die P1uralfassung) heiliges Symbol“ nicht einfach auf- und abhängen darf, sondern man solle sich endlich dafür aussprechen, dass das Kreuz dort einen würdigen Platz erhalte. Ihm sei natürlich bewusst, dass das von ihm ins Gespräch gebrachte Kreuzgeschenk eine kontroverse Diskussion auslösen werde, ja, manchen Andersdenkenden provozieren werde. Doch vorerst sei die Schenkung nur eine, nämlich seine Planung. Direkt wohltuend ist dann die Versicherung des Pfarrers, dass Dreieicher Stadträte ein Kreuzgeschenk jetzt, wie es diplomatisch ausgedrückt wird, für „verfrüht“ halten.
Aber trotzdem möchte er Veranstaltungen mit christlichen Gruppen organisieren, mit dem Ziel, dass „das zentrale Zeichen meines Glaubens“ einen ehrenvollen Platz im Dreieicher Rathaus erhalte.

Neutralitätsgebot des Staates

Wieder einmal sind alle im Spektrum der Geistesfreiheit wirkenden, und leider so sehr zersplitterten Verbände sowie Persönlichkeiten dazu aufgerufen, die immer wieder versuchen Eingriffe in das Rechtssystem der Bundesrepublik, das ein striktes religiöse Neutralitätsgebot des Staates beinhaltet, in gemeinsamer Tätigkeit zu unterbinden.

Willi Steinbacher






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